Produktionstagebuch

JETZT GEHT ES DER KAROSSERIE AN DEN KRAGEN07.12.09

Gernot Saiko (Hyundai Sonata-C GLS V6, Bj. 1999, Wert 3.000 €)


So schön hätte es sein können, wäre es August oder so. Eine laue Sommernacht, davon hat wohl die ganze Crew geträumt. Aus mit der Träumerei, es hätte ja viel schlimmer kommen können. Was wenn es regnet...

Also standen wir tapfer am Abend des 23.11.2009 auf dem Parkplatz des Gruberwirt und waren fest entschlossen, Teil 3 von IM AUTO in dieser Nacht zu drehen.

Die widerspenstige Zähmung des Remote Head beanspruchte so ihre Zeit und so gegen 20:00 fiel die erste Klappe. Es lief von Anfang an gut, weil es ein blindes Verständnis zwischen Regie und Schauspieler gab. Nur wenn es dem Schauspieler zwischendurch doch zu kalt war (nur mit Hemd bekleidet), dann zogen sich die beiden auf die Herrentoilette zurück; das war der Ort, an dem es richtig heiß herging. Hier war der einzig laufende Heizkörper. Doch nach jeder dieser Aufwärmphasen konnte sofort wieder losgelegt werden, schließlich wollten alle endlich das Auto zerstört sehen.

Bevor es aber ans Eingemachte an der Karosse ging, testeten wir noch die Sensibilität der Stadtrand Grazer in Bezug auf Schüsse mitten in der Nacht (ca. 02:00). Leider funktionierte das nicht auf Anhieb, irgendwie verklemmte sich eine Patronen Hülse nach dem ersten Schuss. Es gab aber keinerlei Reaktionen der Anrainer also ballerten wir beim 2. Versuch fröhlich das ganze Magazin leer und als dann noch immer keine Reaktionen kamen, war es eine helle Freude mit dem Vorschlaghammer auf den Hyundai Sonata einzudreschen. Rechtzeitig vor der Dämmerung war das Werk vollbracht.

Nicht einmal in Pariser Vororten sieht man solche Wracks. Und genau das war ein Mitgrund, weshalb wir den Übergang zu Film Nr. 4 am selben Morgen drehen  mussten. Wir konnten das Auto unmöglich so stehen lassen.

Und so kam es, dass wir gegen 07:00, nachdem wir alles zusammengeräumt und im Auto verstaut hatten, zu Hause ankamen, um eine Stunde zu schlafen. Der ÖAMTC-Abschleppwagen und Trixi mit dem Auto aus Film 4 waren um 09:00 am Set für den Übergang im Sonnenschein. Wir auch, Gott sei Dank musste ich als Schauspieler keine Glanztaten mehr vollbringen, sondern genau so wie ich mich fühlte dasitzen.

PER ANHALTER...06.12.09

Cornelia Crombholz (Land Rover Defender, Bj. 2002, Wert 30.000 €)


Der Titel ein Omen? Nicht nur vor der Kamera, nein auch dahinter war es ein waghalsiges per Anhalter fahren.

Unser Team hat zueinander gefunden - per Anhalter und ebenso haben wir uns von unserem Projekt verabschiedet. - Wir mussten einfach weiterfahren. Traurig? ein bisschen...

Nach Sommer, Sonne, Sonnenschein sah Wetter und Vegetation Mitte Oktober nicht mehr aus.

Dementsprechend frische Temperaturen begrüßten uns auch an den zwei Wochenenden bei Drehbeginn (6.00Uhr!!!) in der wunderschönen Südsteiermark. (Hab' einige Leute mit Kaffee, Cola und einem handelsüblichen Roten Bullen gleichzeitig gesehen.) Schmerzen? Ja.

Wir sind per Anhalter gefahren - haben uns vorgehandelt und das Ergebnis - ein gelungener Film über und mit Benita (Defender), skurrilen Situationen und die Rache der Frauen...

All die kleineren und größeren Schwierigkeiten wären unmöglich zu lösen gewesen wenn vor und hinter der Kamera nicht ein unermüdliches, kaum zu demotivierendes Team gestanden wäre, das weit über die Grenzen hinaus unerbittliches Engagement gezeigt hat. Daaaaaaanke!!!!!!!

Per Anhalter werden wir nun gespannt die Premiere abwarten, um dann einfach die Hand auszustrecken, den Daumen hochzunehmen, um uns einfach von "Im Auto" mitnehmen zu lassen.

 

DER DREH, DER DIEBSTAHL & DAS INTERNET06.12.09

Helmut Köpping / Beatrix Brunschko (Skoda Fabia 6Y, Bj. 2006, Wert 9.000 €)


Ein Tagebuch, geführt von Beatrix Brunschko.

16.7.2009

erstes treffen des teams. inge, helmet, christopher und ich. wir fixieren den inhaltlichen ablauf der autofahrt, damit wir für die kommenden beiden drehtage eine gute improvisationsbasis haben. christopher testet unser equipment (die kamera und das kleine tonaufnahmegerät, das wir uns vom Theater im Bahnhof, mit der auflage, es gut zu behandeln, ausgeborgt haben). christopher und helmet beschließen, die kamera für die verschiedenen einstellungen mit gaffer an der windschutzscheibe des autos zu befestigen. ich denke mir insgeheim, dass wir uns doch etwas für ein stehendes auto ausdenken hätten sollen, sag aber nix. die männer bauen meine rücksitze - die rücksitze meines autos aus. ich hab gar nicht gewußt, dass das geht und hoffe, dass das einbauen auch so einfach funktionieren wird. wir laden alle akkus und helmet verspricht genügend videocassetten und batterien für den nächsten tag zu besorgen. ich bin fürs catering zuständig. es muß genug zu essen da sein, weil inge regelmäßig essen muss. sie wird sonst unrund, sagt sie und dann wird sie zu einem anderen menschen, warnt sie. sie meint das wirklich ernst. sie kann auch nix dafür, sagt sie, ihr körper macht das mit ihrem gemüt, klagt sie. inge muß bis morgen nix machen.

17.7.2009

7.30 uhr. ich belade mein auto mit dem frühstück. bedrohlich schwarze wolken brauen sich am himmel zusammen. ich parke vorm theater, bereite das frühstück vor, helmet und inge kommen. helmet hat ganz viele videocassetten und batterien bei sich und auch die rechnung mitgebracht. ich versuche kaffee zu machen, der münzkaffeeautomat, die große elektrische espressomaschine und die filterkaffeemaschine im theater sind kaputt. das habe ich bis zu diesem zeitpunkt nicht gewusst. ich suche und finde im lager noch eine kaffemaschine, mit der man manuell kaffee machen kann. die erste kanne wird viel zu schwach. die zweite viel zu stark.

wir trinken trotzdem beide und gehen noch einmal den szenischen ablauf durch. die wolken werden immer schwärzer. wir beschließen erst nach dem gewitter zu beginnen. christopher kommt zehn minuten später als ausgemacht, er war gestern noch wo, aber das macht in diesem falle eh nix, weil es gerade zu regnen beginnt. genauer gesagt regnet es nicht, sondern es stürmt und waschelt, genauer gesagt, beobachten wir durch die großen glastüren des theaters, wie die sintflut über unseren hof hereinbricht. die großbaustelle gegenüber füllt sich mit wasser, der große kran, der sich im wind wie ein windrad dreht, steht innerhalb der nächsten 90 minuten nicht mehr auf festem boden, sondern in einem beachtlichen see. wir mutmaßen, ob das seine standfestigkeit beeinträchtigen wird. zu mittag beschließen wir, den dreh auf morgen zu verschieben und dann halt alles an einem tag zu drehen.

auf der heimfahrt höre ich im radio, dass in graz der katastrophenalarm ausgerufen ist, wegen den schweren überschwemmungen. gut, dass wir nicht wirklich losgefahren sind, denk ich mir.

18.7.2009

7.00 uhr. ich belade mein auto mit dem frühstück. der himmel ist strahlend blau, der wetterbericht verspricht für heute den bisher heißesten tag des ohnehin schon sehr heißen sommers. erwartet werden bis zu 35 grad im schatten. ich parke vor dem theater, bereite das frühstück vor, versuche einen genießbaren kaffee zu kochen...

helmet, inge und christopher treffen ein, nach einem kurzen frühstück, inge und christopher verzichten auf den kaffee, fahren wir los. zum gruberwirt nach maria trost. den ausgangspunkt unserer fahrt. wir beschließen, vom gruberwirt bis zur kreuzung maria grün zu fahren. einige fahrten und verschiedene einstellungen zu drehen, dann ins theater zurück zu fahren, um das material im fernseher anzuschauen, weil wir keinen monitor haben. dann wollen wir besprechen, was wir anders machen wollen und so soll das weitergehen, bis zum abend und wir abgedreht sein werden.

inge erinnert uns noch daran, dass sie spätestens um 14.00 uhr etwas warmes essen muss. wir versprechen das hoch und heilig. die kamera klebt im auto, helmet und christopher sind im kofferraum versteckt, helmet hält das mikro, christopher startet die kamera mit der fernbedienung.

ich bin beeindruckt, ich hab gar nicht gewusst, dass sowas praktisches bei der kamera dabei ist. christopher ist weniger beeindruckt. es macht ihn nervös, dass er das kamerabild nicht sieht und der fernbedienung blind vertrauen muss, dass sie die kamera auch wirklich startet. ich vertraue der technik und dem gafferband und bin froh, dass ich seit 6 monaten ein auto mit klimaanlage habe, weil die 35 grad könnten im laufe des tages wirklichkeit werden.

jetzt aber erste einstellung, fenster zu, klimaanlage aus - wegen dem ton, schade - und los geht’s. erste fahrt des tages. text improvisieren und autofahren ist nicht so leicht, stelle ich fest und bin froh, dass ich an der kreuzung maria grün heil ankomme. zweite fahrt, dritte fahrt. das tongerät setzt aus, die batterien sind leer. damit haben wir jetzt nicht gerechnet. wir sind davon ausgegangen, dass die bis zu unserem ersten geplanten zwischenstopp im theater reichen werden. wir waren so felsenfest davon überzeugt, dass wir gar keine ersatzbatterien mitgenommen haben.

also zurück ins theater, und da nützen wir gleich die gelegenheit das material zu überprüfen. schaut alles ganz gut aus, das mikro sieht man manchmal und die klimaanlage, war bei der dritten fahrt, doch nicht ganz ausgeschaltet. gut, dass die batterien leer waren. sonst hätten wir unsere unachtsamkeiten erst viel später bemerkt. es ist immer alles für etwas gut, hat meine oma immer gesagt und recht hat sie gehabt, denk ich mir, sag es aber nicht laut.

gruberwirt - maria grün und wieder retour und dann noch einmal und .... da fährt man die strecke jahrelang fast nie und dann so oft.

pünktlich um 14.00 uhr meldet sich inges körper, wir hören ihn und essen, nicht beim gruber, weil der hat zu, was schade ist, weil das essen dort ist hervorragend, sagt die inge.

die 35 grad sind inzwischen wirklichkeit geworden. die klimaanlage zwar vorhanden, aber wegen dem ton nicht einsetzbar und ich fange an, mir ein bisserl leid zu tun. da zückt die inge eine geheimwaffe, diana mit menthol, das tut wohl - franzbrandwein, ein altes hausmittel, das hat man früher immer benutzt in der zeit, in der die klimaanlagen noch nicht erfunden waren. ich mag die inge sehr gern.

wir gaffern, drehen, fahren, gaffern, drehen, fahren, die sonne brennt auf unser auto, die strecke wird mir immer vertrauter, ich könnte sie mittlerweile mit verbundenen augen abfahren, der tageskilomterzähler zeigt 150 km. es wird immer offensichtlicher, dass wir heute wahrscheinlich doch nicht ganz fertig werden. aber noch scheint die sonne, hell und strahlend und heiß - das ist "gut".

unsere geschichte hat sich im laufe der arbeit ein wenig verändert, das ist jetzt nicht unerwartet, wegen der impro als arbeitsprinzip. aber jetzt brauchen wir ein stück straße, auf der wir ungehindert auch im retourgang fahren können. wo gibt es sowas in graz? brainstorming des teams - die oeverseegasse könnte die geeignetste sein. wenig befahren, mit bäumen wegen dem anschluß. sonne sollte dort auch noch länger sein, sagen die männer und die kennen sich aus, mit himmelsrichtungen und sonnenstand. also locationwechsel, den nützen wir natürlich auch für ein paar close ups. nie leer gehen, hat meine oma immer gesagt, und recht hat sie gehabt, denk ich, sags aber wieder nicht laut.

wir kommen in der oeverseegasse an und besprechen die szene vom ablauf und inhalt her, das dauert eine weile. die straße ist wirklich kaum befahren. sporadisch fährt ein auto an uns vorbei. perfekte bedingungen für einen dreh, wo man keine absperrerlaubnis hat.

eine ladung diana auf nacken, arme und beine und los geht’s. vorwärts bis zum parkticketautomaten, retourgang und .... da kommt ein auto. abbruch. wer kennt das? man wartet auf den bus, der kommt nicht, obwohl laut fahrplan sollte er schon längst da sein. schließlich zündet man sich eine zigarette an und natürlich ist der bus im nächsten augenblick da. mehr will ich zu den nächsten 2 stunden in der oeverseegasse nicht sagen.

irgendwann ist die sonne weg, die hitze nicht, leider. wir durchforsten unsere terminkalender und stellen fest, dass wir, alle viere, am montag vormittag zur gleichen zeit noch nix zu tun haben und die paar einstellungen, die uns noch fehlen, drehen können.

danach werde ich für ein paar tage nach kärnten fahren und der christopher auch. das nenn ich zufall, weil er wird auch an den ossiachersee fahren, gleich wie ich, nur ans andere seeufer. und dann werde ich zu meiner tochter nach canada fliegen. das kann ich kaum erwarten, weil die hab ich jetzt doch schon ein paar wochen nicht gesehen. der helmet wird dann auch für ein paar wochen weg sein. nur die inge wird in graz bleiben, ist aber gar nicht traurig deswegen.

wir beschließen, uns auf produktionskosten mit einem großen eisbecher beim italiener beim kunsthaus zu belohnen.

20.7.2009

wir treffen uns um neun, weil wir haben ja nicht mehr soviel zu tun. frühstück richten, kaffee kochen, losfahren, drehen in maria trost, essen beim gruberwirt, noch ein close up. das auf meine rechte hand, die am autoradio herumdreht - das ist die übergangseinstellung, die das team vor uns als übergang zu unserem film vorgeschlagen hat.

abgedreht.

es fehlt noch der übergang zum film nach uns. sandy und susanne drehen aber erst am ende des sommers. solange müssen wir halt warten. wir haben aber schon einen vorschlag, wie wir den übergang gerne hätten.

helmet und christopher werden zu schneiden beginnen, während ich in canada bin.

schön, alles geschafft. lustig wars. bis ende august. schönen sommer.

der diebstahl und das internet

die folgende geschichte wurde mir nach meiner rückkehr aus canada erzählt:

helmet und christopher sitzen im hinteren proberaum im tib. sie haben gerade das restliche material in den computer gespielt. die kamera ist in der kameratasche und steht neben dem tonaufnahmegerät am schreibtisch im büro. die eingangstür zum tib ist nicht abgesperrt. das schloss klemmt und kann nur mit einer mischung aus kraft, feingefühl und geduld versperrt werden. deshalb tut man das nur, wenn man als letzter das haus verlässt. außerdem steht die tür zwischen proberaum und büro ja ohnehin offen.

da passierts: irgendjemand nutzt diese unachtsamkeit aus, spaziert rein, nimmt die kamera aus der tasche, wird gestört, kann ungesehen mit der kamera das haus verlassen. die tasche, die akkus und das tongerät muss er zurücklassen.

der diebstahl wird erst zwei wochen später entdeckt, weil das tongerät und die tasche ja am bürotisch stehen. erst als johi die kamera zu saisonstart und probenbeginn braucht, sie aus der tasche holen will, sieht sie, dass die tasche leer ist. eine umfrage im theater ergibt, dass sich niemand die kamera geborgt hat und wir die letzten waren, die die kamera in händen gehabt haben, also schuld sind, dass sie weg ist, weil wir sie nicht mit in den hinteren proberaum genommen haben bzw. sie nicht in einen unserer ikea ps hochsicherheitsschränke eingesperrt haben.

die kamera war teuer. das tib kann sich zur zeit keine neue leisten. einige sind sehr böse auf uns, weil wir so unachtsam mit unser aller hab und gut umgehen. wir fühlen uns schlecht, entschuldigen uns, versprechen, das nächste mal verantwortungsvoller mit dem technischen gerät umzugehen. ein nächstes mal wird’s so schnell aber eh nicht geben...zumindest nicht in näherer zukunft.

ed setzt sich an den computer und sucht auf ebay nach einer billigen ersatzkamera - da findet er eine: unsere, die ohne akkus und tasche angeboten wird. es besteht kaum ein zweifel. diese kamera ist das gleiche modell, ein älteres und keine sehr verbreitete marke, die fehlenden akkus, der zeitraum in der sie eingestellt wurde und die abholung kann nur gegen barbezahlung in graz erfolgen. alles passt.

ed beginnt mitzusteigern und geht zur polizei. die ist überfordert, weiß nicht so recht, was sie tun soll, obwohl sie aufgrund der indizienlage auch davon überzeugt ist, dass es sich um unsere kamera handelt. nur haben sie mit der internetkriminalität halt wenig erfahrung bisher hier in graz. die polizei bittet ed, als "undercover" agent weiter mitzusteigern. der tut es, wir stellen weitere nachforschungen an, bekommen die adresse des anbieters heraus, geben alle infos an die polizei weiter. kurz vor angebotsende wird ed beim steigern vom anbieter gesperrt. er ist offensichtlich misstrauisch geworden. ein indiz mehr, dass diese kamera kein normaler privatverkauf ist. wir bitten die polizei, jetzt schnell zu handeln, weil sonst ist die kamera verkauft und abgeholt.......

die kamera wurde dann auch verkauft, bezahlt und abgeholt. obwohl die polizei nicht untätig war, den fall gründlich untersucht und so gut wie aufgeklärt hat. sie hat uns mitte november mitgeteilt, dass sie herausgefunden hat, dass die kamera an einen second hand laden billig verkauft wurde. der anbieter hat sie dann dort ganz legal und billig erworben und ins netz gestellt. weder der second hand händler noch der anbieter haben irgendeinen verdacht geschöpft, dass mit der kamera etwas nicht in ordnung gewesen sein könnte. dass der erstverkäufer auch nur ganz wenig geld für die kamera haben wollte, hat den second hand händler nicht stutzig gemacht. dem second hand verkäufer und dem anbieter ist das alles sehr unangenehm, mit dem wort hehlerei wollen sie nicht in verbindung gebracht werden und sie hoffen, dass der dieb - der wahrscheinlich der erstverkäufer war - bald gefasst wird.

uns ist das mittlerweile aber egal, weil die kamera ist jetzt weg für immer.

20.11.2009

übergangsdreh zum film nach uns. das ist jetzt nicht mehr sandys und susannes film, weil die beiden sind aus dem projekt ausgestiegen. ein ersatzteam mit einer neuen geschichte wurde gefunden. aber erst vor kurzem. die sind jetzt aber nicht mehr nach uns sondern vor uns, haben sozusagen mit dem film vor uns die plätze getauscht. (wie das mit den budgets funktioniert, weiß ich nicht, weil unser budget ist gleich geblieben und der film vor uns war ja mit einem billigerem auto und ist jetzt plötzlich zu einem auto geworden, das wertvoller ist als unseres. ich bin kurz irritiert, aber ich hab dieses konzept ohnehin nie verstanden.) was heißt, dass wir auch den "am autoradiodrehen"-übergang vergessen können. der film, der jetzt vor uns ist, ist auch noch gar nicht gedreht, das passiert am wochenende.

wie auch immer, wir haben da eh keinen einfluss drauf - also eines nach dem anderen. der film, der jetzt nach unserem film ist, beginnt an einem mülldeponieschild in fürstenfeld. und sie hätten jetzt gerne, dass unser film an diesem mülldeponieschild endet, in fürstenfeld. also fahren inge und helmet und ich zu mittag nach fürstenfeld.

helmet hat sich johis privatkamera ausgeborgt. (das theater hat sich noch immer keine neue kaufen können, aber vielleicht im dezember, wenn geld übrig bleibt in der kasse....tja!)

wir versprechen, die kamera sofort nach dem dreh im theater in einen versperrbaren schrank einzuschließen.

inge und ich haben unsere sommerkleider an, ihre haare sind kürzer, meine sind länger als im sommer. die landschaft ist braun, die felder öd und leer, die bäume ohne blätter, aber es scheint die sonne, fast genauso hell wie im sommer nur steht sie halt um einiges tiefer und wärmen tut sie halt auch nicht mehr.

der anschluss wird schwierig werden.

wir versuchen, so wenig wie möglich landschaft ins bild zu kriegen, unsere gesichter nur über die rückspiegel zu filmen. das dauert so eine stunde und dann fahren wir auch schon wieder heim. wir sperren die kamera ein und wir versperren die theatertür, die unter anderem aufgrund der vorkommnisse im sommer ein neues schloss bekommen hat.

24.11.2009

ich muss um 9.00 uhr beim gruberwirt sein, anschluß für den film, der jetzt vor uns ist. die straße vorm gruberwirt ist aufgerissen. da, wo im sommer noch eine ländliche einfahrtsstraße nach graz war, ist jetzt eine großbaustelle. vorm gruber entsteht ein kreisverkehr. also nicht nur keine blätter auf den bäumen sondern auch die location schaut ganz anders aus. aber die sonne strahlt vom himmel - immerhin.

am parkplatz erwartet mich ein lichtkran, stative, riesen scheinwerfer, mikrofone, ein ÖAMTC-Abschleppwagen, ein demoliertes auto und ....(ich staune, was man sich mit 500 euro an produktionsbudget alles leisten kann). dieser film wird sicher wesentlich besser ausschauen als unserer und meine kritik am bzw. meine zweifel an der sinnhaftigkeit des filmgesamtkonzept stellen sich wieder ein, aber das ist eine andere geschichte und hat hier nix zu suchen) ...ein team, das müde und erschöpft vom nachtdreh, aber trotzdem sehr gut gelaunt und positiv gestimmt ist.

ich setzte mich in mein auto, neben mir wird ein wagen vom ÖÄMTC abgeschleppt..

letzte klappe. das wars.

 

DER TAG DES T-REX02.12.09

Matthias f(x) Zuder (Lamborghini Gallardo, Bj. 2007, Wert 210.000 €)


Alles begann mit einer idee die zu einem buch wurde. Um dieses formierte sich mit der zeit ein team.

Wie größenwahnsinnig diese idee tatsächlich war, sollte sich im laufe der vorproduktion manifestieren. Nicht nur durch reaktionen und feedbacks, vor allem durch umstände mit denen wir immer wieder konfrontiert wurden, die dieses projekt zu scheitern scheinen ließen.

hop der drop - bis zuletzt. Sogar noch am drehtag selbst. Doch wir haben gerockt!

Nun: das ende der postproduktion – am abend vor der abgabe – das war jedes fetzerl wert!

Wir sind zufrieden und freuen uns darauf unsere episode zu präsentieren!

MIT ALFA UND FORTUNA16.09.09

Antonia Stabinger (Alfa Romeo Spider, Bj. 1981, Wert 20.000 €)


unglaublich!

wir sind abgedreht! [und der alfafilm im übrigen auch.]

mehr als eine woche nach drehschluss hänge ich noch immer knietief in der postdrehalen depressiven verstimmung. ich will wieder zurück an dieses herrliche set!!! grxmpfcxtt.

(was hier nach billigem schönreden und euphemisieren klingen mag, war schlicht die gnadenlose realität. jawohl.)

die vorproduktionszeit gestaltete sich mindestens spannend, der cast stand erst  3 tage vor drehbeginn endgültig. racknroll! das team war bis dorthin dann auch aus (wie sich später herausstellen sollte: höchst erlesenen) personen zusammengestellt.

als wir zum warmup uns mit bravem sekt zuprosteten, war alles soweit unter dach und fach. aber vergiss nie den boshaften faktor des drehmonsters des unvorhergesehenen!

das wurde auch tatsächlich nicht vergessen. die damen aufnahmeleitungen  machten das set zur gemütlichkeitsoase, ließen von organisatorischem gwirx nichts erahnen und managten alles unauffällig und im hintergrund.

das kameradepartment schlug sich wacker und höchst professionell, und machte bilder, die einfach nur zum laut schreien respektive andächtig seufzen waren. was das schönste war: an einem tag durfte ich sogar sagen: WIR LEGEN UM! und DIE METER? juhu! und wers nicht weiß, dem soll gesagt sein: wir hatten die wohl interessanteste oberbeleuchterin der welt! q.e.d..

der ton war wie immer souverän und weiblich besetzt. und: das einzige department das mit ihrer brav eingelösten (und schon erprobten und bewährten) schnapsklappe uns glücklich und betrunken machte!

unsere maske konnte nichts und niemand aus der reserve locken, kein 60ies-look und keine  irokesen. und wir hatten was, was andere sets noch nie gesehen haben: eine garten-operatorin!

und auch die setrunner-heinzelmännchen und -frauchen hinter der kamera waren unermüdlich nicht vom set abzubringen, obwohl die drehtage lang und die nächte kurz waren.

und last und nicht im geringsten least, im gegenteil, zeigten auch die darsteller professionalität und ausdauer, und darüber hinaus noch durchaus unterhaltungstalent, was wiederum der crew das setleben oft spaßig gestaltete.

und fortuna war uns durchwegs wohlgesonnen! ob sie uns nun strom von freundlichen mitmenschen zuschanzte oder die polizei davon abhielt, uns beim fragwürdig-legalen drehs am glacis zu stören – sie hatte offensichtlich ein auge auf uns.

nur am  vierten drehtag hat sie wohl kurz geblinzelt. noch vor 8 uhr, was laut dispo arbeitsbeginn geheißen hätte, machten wir uns wegen des monsunartigen regens daran, hurtig ein neues motiv zu scouten(!). und da uns unglaublicherweise auch magna-chefs wohlgesonnen waren, drehten wir schließlich in einem (vielleicht von vornherein sowieso besten) parkhausmotiv.

und da wir nun mit einem cutter auch wirklich komplett sind, bleibt mir nur mehr mit großer verbeugung zu sagen: wunderbar, wie ihr die bilder aus meinem kopf auf das filmmaterial tragen geholfen habt!

1.AUFNAHMELEITUNG corinna kranjecz 2.AUFNAHMELEITUNG julia kainz FAHRERIN/GARDENOPERATOR marie-theres stabinger SCRIPT adriana winkelmeier KAMERA christoph skofic KAMERAASSISTENZ/STANDFOTOGRAF sebastian zäschke TONMEISTERIN nadine kroher TONASSISTENZ victoria reszler MASKE conny köberl LICHT johanna ritter SETRUNNER/LICHTASSISTENZ georg ofner CATERING mangolds/margit stabinger SCHNITT benjamin kaubisch.

LUISE theresa winkler MAX michael pöllmann HEINZ herwig ofner OMA heidi stahl AUTOFREAK irene s.

und auf in die postpro!

(alle fotos (c) sebastian zäschke!!!)

ABGEDREHT, DAS DING IST AUF TAPE.16.09.09

Samuel Traber / Barbara Huber (Renault Clio RT, Bj. 1993, Schrottwert 150 €)


Nach diesem wunderschönen, intensiven Dreh musste ich mich selbst ins Auto setzen, mit Tracy Chapmans “Fast Car” in voller Lautstärke über Slowenien an den südlichsten Punkt von Kroatien preschen, um dort den Endorphinrausch ausebben zu lassen und tief einzuatmen. Jetzt habe ich wieder genug Luft, um Danke zu sagen. Danke an ein wunderbares Team, das man sich nicht schöner vorstellen kann. Ein Team, das so konzentriert höchste Produktivität und Unerschütterbarkeit zeigt, auch wenn eine kleine Naturkatastrophe draussen abgeht und zentimeterhoch Wasser durch die Halle fliesst. Danke an Babsi (Babara Huber), die mich in dieses Projekt geholt hat, mit mir den Startpunkt gesetzt hat und bis zum letzten „Danke aus“ meine bessere Hälfte ist. Danke an meinen Bruder Lukas (Lukas Traber) der mit mir die Geschichten schreibt, die wir im Kino einfach nicht finden können. Hochachtung an Sko (Christoph Skofic), der uns perfekte Bilder geliefert hat, in einer herausfordernden Auflösung, mit dem Erfindungsgeist eines Daniel Düsentrieb. Thanx to Lukas Meisterhofer und Florian „Lolan“ Kordic, für perfektionistischen Sound. Alle Achtung an Stefan (Waidacher), dass alles und jeder zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Danke Denise (Heschl), für das authentische Set und Kostüme, die diesen Microcosmos im Auto so lebendig gemacht haben. Danke an J. (Jakob M. Erwa) und Norwen (Bodner), für richtig geiles Essen. Der Moralboost wenn man trotz Studiodreh im Regen steht. Thx to Ben (Benjamin Steiner) als best boy 4 everything. Danke an HP (Hanspeter Zach) und Phil (Philipp Ponisch), für den Support in Semriach. Big Props to Holger Jenss, für freshe Fotos. Ein paar davon kann man sich schon anschaun. http://3tapes.validcode.me/art-menu/gallery/grenzgang/

Und jetzt meine Lieblinge: Ihr habt einen neuen grössten Fan, besten Freund und Groupie. Violetta Zupancic, Martin Papst und Ed Hauswirth ich weiss nicht wo ich anfangen soll. Ihr habt mich von den Socken gehauen!

Ihr seid alle zusammen scheiss cool und sollte ich für so harte Arbeit mal Kohle zur Verfügung haben, weiss ich wo ich Pros finde.

Peace bald

Samy

AM 28. AUGUST BEGINNT DER "GRENZGANG"26.08.09

Samuel Traber / Barbara Huber (Renault Clio RT, Bj. 1993, Schrottwert 150 €)


unser Renault von aussender Zündschlüssel wird gedreht um diese Welt zu verlassen. Am Start sind Violetta Zupancic, Martin Papst und Ed Hauswirth mit einem hochmotivierten Team in den Boxen. Die Grenzen werden erforscht denn dort wo Freiheit lebt, herrscht Orientierungslosigkeit. Kein Gott, kein Staat, massig Arbeit, kein Geld, mein Zuhause ist die Welt. Vorallem kein Geld, keine Kohle, keine Mittel, NO BUDGET. „Wir waren jung und brauchten kein Geld“, werden wir uns vor unseren Kindern rechtfertigen müssen, doch vorerst freue ich mich auf einen sonnigen Freitag Nachmittag an dem ich mit einem Vorschlaghammer die Frontscheibe des silbernen Renaults rausdresche und mich lächelnd wundere, was man sich so alles erschnorren kann. Letz Ride!

DAS WIRD EIN DREISTES TEIL24.07.09

Nick Gruber (VW Bus T2, Bj. 1977, Wert 15.000 €)


Goschertes Infotainment soll es werden. Und gedreht wird erst ab dem 24. August – es bleibt also noch Zeit. Doch das Gerippe steht: Locations sind gefunden, das Auto ist aufgetrieben, die Requisiten werden geschnorrt und die Schauspieler sind im Urlaub – die hören am 8. August das nächste Mal von mir. Inzwischen wird das Drehbuch zerhackt, ge-storyboarded und disponiert. Sophia Laggner, Robert Hitthaller, Lena Wiesbauer und Ingmar Anderl haben wegen der Textlastigkeit eh genug zu leiden – da sollen net auch noch unnötige Wartezeiten dazukommen. Es will alles gut geplant sein, bevor dann die verzweifelte Improvisiererei losgeht.

Worum es geht?  Pro- oder Kontrarevolution?

AUF DER JAGD26.06.09

Antonia Stabinger (Alfa Romeo Spider, Bj. 1981, Wert 20.000 €)


antonia befindet sich jetzt offiziell auf der jagd  

nach ihren hauptdarstellern.

geschärfte krallen und ein ausgeklügeltes sensorensystem helfen ihr dabei.

sie ist gespannt und legt sich mit herzklopfen auf die lauer.

wer ihr ins netz gegangen ist, wird bald hier zu lesen sein!